Wie viel Bar braucht ein Hochdruckreiniger? Die Frage hören wir an unserem Standort fast jeden Samstag, meist zusammen mit einem Handyfoto von grünen Terrassenplatten. Die ehrliche Antwort: Bar allein sagt wenig. Der Druck ist die halbe Rechnung, die Wassermenge die andere Hälfte. Und die Fläche entscheidet mit, ob 150 bar eine Wohltat oder ein Schaden sind.
Kaltwasser, Heißwasser und den Akku-Terrassenreiniger mit Preis, Verfügbarkeit und Zubehör findest du gesammelt auf der Seite Hochdruckreiniger mieten.
Wie funktioniert ein Hochdruckreiniger?
Im Gerät sitzt eine Pumpe, die Leitungswasser ansaugt und durch eine sehr kleine Düse presst. Aus dem Gartenschlauch mit ein paar bar wird so ein Strahl mit 100, 150 oder 180 bar. Die Düse bündelt das Wasser, die Geschwindigkeit des Strahls löst den Schmutz von der Oberfläche, und die Wassermenge spült ihn weg.
Genau da liegt der Punkt, den viele übersehen. Ein Gerät mit viel Druck und wenig Fördermenge kratzt den Schmutz zwar ab, transportiert ihn aber kaum vom Fleck. Du schiebst dann Dreckwasser vor dir her. Deshalb stehen auf unseren Geräteschildern immer zwei Werte: Arbeitsdruck in bar und Fördermenge in Litern pro Stunde. Der Profi Kaltwasser-Hochdruckreiniger bringt 150 bar und 560 l/h, und die 560 sind für die Flächenleistung mindestens so wichtig wie die 150.
Wie viel Bar hat ein Hochdruckreiniger?
Kleine Geräte für den Balkon liegen meist um 100 bis 120 bar und fördern nur wenige hundert Liter pro Stunde. Die Mittelklasse für Haus und Garten arbeitet zwischen 130 und 160 bar. Profi-Kaltwassergeräte gehen darüber hinaus, und Heißwasseranlagen kombinieren Druck, Menge und Temperatur zu einem Paket, das mit Baumarktgeräten wenig gemeinsam hat.
Zum Vergleich die beiden Geräte aus unserem Mietpark. Der Kaltwasserreiniger arbeitet mit festen 150 bar und 560 l/h an einer normalen 230-V-Steckdose, wiegt 30 kg und hat 10 m Hochdruckschlauch dabei. Der Heißwasser-Hochdruckreiniger lässt sich zwischen 30 und 180 bar regeln, fördert 400 bis 900 l/h und heizt das Wasser auf 80 Grad, im Dampfmodus auf 155 Grad. Dafür braucht er 400 V Drehstrom, ist kraftstoffbeheizt und wiegt rund 130 kg. Den trägt auch der Schwiegersohn nicht die Kellertreppe hoch. Wir liefern ihn in Berlin, außerhalb verschicken wir ihn nicht.
Wie viel Bar sollte ein Hochdruckreiniger haben?
So viel, wie die Fläche verträgt, und keinen bar mehr. Betonplatten, Klinker und Waschbeton stecken 150 bar problemlos weg. Weicher Sandstein, alte Zementfugen, Holz und Putz nicht. Wichtig ist außerdem: Der Druck, der an der Oberfläche ankommt, hängt nicht nur vom Gerät ab, sondern von Abstand und Winkel. Mit 30 cm Abstand und einem flachen Strahlwinkel kommt deutlich weniger Kraft an als mit der Düse senkrecht drei Zentimeter über dem Stein.
Für Terrassenplatten und Pflaster gehört ein Flächenreiniger an die Lanze. Darunter rotieren Düsen unter einer Haube, der Strahl trifft die Fläche gleichmäßig und flach. Das schont die Fugen, spritzt nicht die Hauswand voll und geht ein Vielfaches schneller als mit der Punktdüse. Der Dreckfräser, der beim Kaltwassergerät im Lieferumfang liegt, ist eine rotierende Punktdüse für einzelne hartnäckige Stellen. Auf Fugen gehört er nicht. Sonst hast du am Sonntagabend saubere Platten und den Fugensand in der Regenrinne.
| Fläche | Druck und Zubehör | Worauf achten |
|---|---|---|
| Betonplatten, Klinker, Pflaster | Voller Druck, Flächenreiniger | Fugen nach dem Trocknen neu einsanden |
| Naturstein, Sandstein | Reduzierter Druck, großer Abstand, Flachstrahl | An verdeckter Stelle testen |
| Holzterrasse, WPC | Wenig Druck oder Bürstenreiniger | Nur längs der Maserung |
| Auto | Flachstrahl, mindestens 30 cm Abstand | Kein Dreckfräser auf Lack und Dichtungen |
| Putzfassade | Niedriger Druck, im Zweifel Heißwasser mit wenig bar | Von oben nach unten, nie in Risse |
Welcher Hochdruckreiniger für die Terrasse?
Für Beton- und Natursteinplatten, Klinker und Pflaster nimmst du den Kaltwasserreiniger mit Flächenreiniger, den Dreckfräser nur für Ecken und Kanten. Erst die Fläche nass machen, dann in Bahnen mit leichter Überlappung arbeiten, am Ende mit dem Flachstrahl abspülen. Wie du die Terrasse nach dem Winter komplett auf Vordermann bringst, steht im Ratgeber Terrasse reinigen nach dem Winter.
Bei einer Holzterrasse ist der Hochdruckstrahl fast immer die falsche Wahl. Er reißt die weichen Anteile aus dem Holz, die Dielen werden pelzig und grau. Wenn überhaupt, dann nur mit wenig Druck, großem Abstand und Flachstrahl längs der Maserung. Deutlich entspannter ist der Akku-Terrassen- und Fugenreiniger. Er arbeitet mit einer rotierenden Nylonbürste statt mit Wasserdruck, die Drehzahl ist stufenlos zwischen 450 und 1260 U/min regelbar, und mit der Draht-Fugenbürste holst du Moos aus Pflasterfugen. Er braucht weder Kabel noch Wasseranschluss, was im Kleingartenverein ohne Steckdose am Zaun ein echtes Argument ist.
Kaltwasser oder Heißwasser
Für Grünbelag auf Platten, Staub auf dem Pflaster und Schlamm am Anhänger reicht kaltes Wasser. Sobald Fett, Öl, Kaugummi oder Algen im Spiel sind, ändert sich das Bild. Bei 80 Grad wird Fett flüssig und lässt sich abspülen, Kaugummi wird weich und löst sich vom Stein, und Algen sowie Moos sterben ab, statt nur abrasiert zu werden und im nächsten Frühjahr wieder da zu sein.
Typische Heißwasserfälle in Berlin: der Mülltonnenplatz im Hinterhof, der Ölfleck in der Einfahrt, der Werkstattboden, der Bereich vor dem Imbiss, die schattige Nordseite mit dunklem Algenfilm. Mit 400 bis 900 l/h kommt außerdem viel Wasser auf die Fläche, was bei großen Höfen den Tag deutlich verkürzt. Für einen einzelnen Ölfleck im Reihenhausgarten lohnt sich das Gerät nicht, für einen ganzen Hof mit Fettabscheider-Historie sehr wohl.
Auto und Fassade
Am Auto brauchst du keine 150 bar, sondern Disziplin. Flachstrahl, mindestens 30 cm Abstand, nie den Dreckfräser auf Lack, nicht direkt auf Gummidichtungen, Sensoren, Embleme oder in den Motorraum. Vorher grob abspülen, dann mit Reiniger arbeiten, dann von oben nach unten spülen. Der Kaltwasserreiniger ist dafür gut geeignet, weil sich mit dem Abstand fein dosieren lässt.
Bei der Fassade ist die Frage nach dem Untergrund wichtiger als die nach dem Druck. Klinker und Betonfertigteile vertragen viel. Mineralischer Putz, alte Anstriche und Wärmedämmverbundsysteme sind dagegen empfindlich: Hoher Druck drückt Wasser in Risse, löst Putz vom Untergrund und hinterlässt Streifen, die du erst nach dem Trocknen siehst. Deshalb erst an einer unauffälligen Stelle testen, mit reduziertem Druck und großem Abstand arbeiten und immer von oben nach unten. Gegen Algen an der Nordfassade ist Heißwasser mit wenig bar oft die schonendste Lösung. Welche fünf Fehler wir am häufigsten bei der Rückgabe erklärt bekommen, liest du unter Hochdruckreiniger: fünf Fehler vermeiden.
Welche Fläche, wie viele Quadratmeter, welcher Schmutz, welcher Wasser- und Stromanschluss vor Ort. Mit diesen vier Antworten ordnen wir dir an unserem Standort das passende Gerät zu. Preis und Verfügbarkeit stehen direkt am Gerät auf der Seite Hochdruckreiniger mieten.
