Warum Waschbetonplatten irgendwann raus müssen
Sie waren mal modern. In den 70ern und 80ern lag Waschbeton in jedem zweiten Berliner Vorgarten. Grau, rau, unverwüstlich. Das Problem, die Platten sind zwar hart, aber die raue Oberfläche zieht Dreck, Moos und Algen an wie ein Magnet. Nach 30 oder 40 Jahren sieht das nicht mehr nach Patina aus. Das sieht einfach fertig aus.
Dazu kommt, viele Waschbetonplatten wurden damals auf eine durchgehende Betonschicht gegossen. Kein Splittbett, kein Kies darunter. Einfach Beton auf Beton. Das macht die Entfernung deutlich aufwändiger als bei normal verlegten Platten. Machbar ist es trotzdem, an einem Wochenende und mit den richtigen Geräten.
Schritt 1, Bestandsaufnahme vor dem ersten Schlag
Bevor der Stemmhammer angeworfen wird, solltest du wissen, womit du es zu tun hast. Dafür eine Platte am Rand anheben oder an einer Ecke aufbrechen. Dann zeigt sich, was darunter liegt.
- Platten auf Sand oder Splitt, die lassen sich mit einem Spaten oder Brecheisen einzeln raushebeln. Schwer, aber kein Drama.
- Platten auf Mörtelbett sind schon zäher. Hier musst du die Verbindung zwischen Platte und Mörtel aufbrechen. Ein Abbruchhammer mit Flachmeißel macht das in Minuten statt Stunden.
- Platten auf durchgehender Betonplatte sind der Worst Case. Die Platten sind quasi Teil des Untergrunds. Da hilft nur Aufbrechen, Stück für Stück.
Wer Leitungen im Boden hat, sollte vorher prüfen, wo Wasser, Strom oder Gas verlaufen. Im Zweifel die Hausverwaltung fragen oder alte Baupläne rauskramen.
Schritt 2, Platten rausbrechen
Lose Platten auf Splittbett kannst du zu zweit tragen. Eine 50er-Waschbetonplatte wiegt gut 25 Kilo. Bei 20 Quadratmetern Terrasse sind das locker 80 Platten. Das läppert sich.
Bei fest vermörtelten oder auf Beton gegossenen Platten führt kein Weg am Stemmhammer vorbei. Mit einem Flachmeißel die Platte vom Untergrund lösen, mit einem Spitzmeißel in Stücke brechen. Pro Quadratmeter brauchst du etwa 10 bis 15 Minuten. Bei einer 15-Quadratmeter-Terrasse also rund drei Stunden reine Stemmarbeit. Dazu kommen Pausen, weil die Arme irgendwann nicht mehr mitmachen.
Wenn unter den Platten eine durchgehende Betonschicht liegt, muss auch die raus. Sonst hast du keinen vernünftigen Unterbau für neue Platten. Hier kann ein Minibagger mit Meißelaufsatz den Unterschied machen. Was von Hand einen ganzen Tag dauert, schafft der Bagger in zwei Stunden.
Schritt 3, Entsorgung organisieren
Das wird gerne unterschätzt. 20 Quadratmeter Waschbetonplatten ergeben schnell zwei Tonnen Bauschutt. Das passt in keinen Kofferraum. Zwei Optionen.
- Container bestellen. Ein 3-Kubikmeter-Container für Bauschutt kostet in Berlin zwischen 150 und 250 Euro inklusive Abholung. Vorher beim Bezirksamt prüfen, ob du den Container auf der Straße abstellen darfst.
- Selbst zum Wertstoffhof fahren geht mit Anhänger. Die BSR-Recyclinghöfe nehmen Bauschutt an. Kostet pro Tonne etwa 30 bis 50 Euro, aber du brauchst mehrere Fahrten. Ein Kippanhänger macht das Abkippen schneller.
Eine Schuttrutsche ist praktisch, wenn die Terrasse höher liegt als die Zufahrt oder der Containerstellplatz. Statt jeden Brocken einzeln zu schleppen, rutscht der Schutt direkt in den Container.
Schritt 4, neuen Unterbau vorbereiten
Jetzt kommt der Teil, der über die nächsten 20 Jahre entscheidet. Der Unterbau muss stimmen, sonst sacken die neuen Platten genauso ab wie die alten.
Zuerst den Boden 25 bis 30 Zentimeter tief auskoffern. Bei lehmigem Berliner Boden eher 30. Dann Schotter einfüllen, schichtweise, jeweils 10 Zentimeter. Jede Schicht verdichten. Ohne Rüttelplatte wird das nichts. Handstampfer reicht hier nicht, die Fläche ist zu groß und der Druck zu gering.
Auf den verdichteten Schotter kommt eine 3 bis 5 Zentimeter dicke Schicht Splitt oder Brechsand. Die wird mit einer Abziehschiene glattgezogen. Dabei das Gefälle nicht vergessen, mindestens zwei Prozent vom Haus weg. Bei drei Metern Terrassentiefe sind das sechs Zentimeter Höhenunterschied. Klingt wenig, macht aber den Unterschied zwischen trockener Hauswand und feuchtem Keller.
Schritt 5, neue Platten verlegen
Beim Verlegen selbst geht es zügig. Platten ins Splittbett legen, mit dem Gummihammer anklopfen, Fugenkreuze setzen, nächste Platte. Mit der Wasserwaage regelmäßig kontrollieren. Die meisten schaffen 10 bis 15 Quadratmeter am Tag.
Danach die Fugen mit Fugensand einkehren und einschlämmen. Wer Unkraut in den Fugen vermeiden will, nimmt wasserdurchlässigen Fugenmörtel statt normalem Sand.
Zeitplan für eine 15-qm-Terrasse
Tag 1, alte Platten rausbrechen und entsorgen. Tag 2, Boden auskoffern, Schotter einfüllen und verdichten. Tag 3, Splittbett anlegen und neue Platten verlegen. Realistisch mit zwei Personen und den richtigen Geräten.
Welche Geräte brauchst du wirklich?
Die ehrliche Liste. Abbruchhammer zum Aufbrechen der alten Platten. Rüttelplatte zum Verdichten des neuen Unterbaus. Wenn eine Betonschicht unter den Platten liegt, macht ein Minibagger die Sache erheblich schneller. Eine Schuttrutsche spart Schlepperei bei der Entsorgung. Und wer den alten Mörtelrest von der Hauswand kratzen will, ist mit einer Putzfräse gut bedient.
Passende Geräte findest du bei Mietluke
Du brauchst das Werkzeug nur für ein paar Tage. Kaufen lohnt sich nicht, mieten schon.
- Profi Abbruchhammer 11 kg zum Aufbrechen alter Waschbetonplatten
- Flachmeißel SDS-max wenn du Platten vom Mörtelbett lösen willst
- Spitzmeißel SDS-max zum Zerbrechen fester Betonplatten
- Minibagger 1,7t wenn unter den Platten eine durchgehende Betonschicht liegt
- Profi Rüttelplatte fürs Verdichten der neuen Tragschicht
- Kippanhänger 3,5t für den Transport von Bauschutt zum Recyclinghof
- Pflasterschutzmatte damit die Rüttelplatte die neuen Platten nicht beschädigt
Bei Mietluke in Berlin-Lichtenrade gibt es all das zur Tages- oder Wochenendmiete. Online reservieren oder vorbeikommen, ein Wochenende reicht für das komplette Projekt.
