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Ratgeber06. September 2026· Redaktion: Mietluke Team

Vertikutieren: wie oft, wie tief, und geht das mit dem Rasenmäher?

Wann du vertikutieren kannst, wie oft im Jahr, wie tief die Messer wirklich gehen dürfen und warum der Rasenmäher mit Vertikutiermesser nur ein Kompromiss ist.

Vertikutieren ist die eine Rasenarbeit, bei der man hinterher schlechter aussieht als vorher. Der Rasen liegt zerkratzt da, überall braune Streifen, und der Nachbar im Kleingartenverein schaut mitleidig über den Zaun. Drei Wochen später ist deine Fläche die grünste in der Reihe. Wer in Berlin einen Vertikutierer mieten will, stellt uns vorher immer dieselben Fragen: wann, wie oft, wie tief, und ob es nicht auch der Rasenmäher tut. Hier sind die Antworten aus dem Mietalltag.

Was macht ein Vertikutierer?

Zwischen den Grashalmen sammelt sich mit den Jahren eine Schicht aus abgestorbenen Halmen, Wurzelresten und Moos. Das ist der Rasenfilz. Er wirkt wie eine Matte, Wasser und Dünger kommen nicht mehr zum Boden, Luft auch nicht, und der Rasen wird dünn und gelb. Ein Vertikutierer hat eine Walze mit senkrecht stehenden Messern, die die Grasnarbe der Länge nach anritzen und den Filz herausreißen. Das Wort kommt vom englischen vertical cut, und mehr ist es auch nicht.

Der Effekt ist zweifach. Der Filz ist weg, und die Grasnarbe wird an vielen Stellen verletzt. Das klingt schlimm, ist aber gewollt, weil das Gras darauf mit neuen Seitentrieben reagiert und die Fläche dichter wird. Unser Benzin-Vertikutierer mit 38 Zentimetern Arbeitsbreite schafft Flächen bis 2000 Quadratmeter, der Elektro-Vertikutierer mit 15-Messer-Welle und 35 Zentimetern reicht für den Reihenhausgarten bis etwa 700 Quadratmeter und ist mit 20 Kilogramm auch ohne Anhänger zu bewegen.

Wann kann man vertikutieren?

Sobald der Rasen wächst. Nicht nach Kalender, sondern nach Bodentemperatur, und die sollte dauerhaft bei etwa 10 Grad liegen. In Berlin ist das meist ab Mitte April der Fall, auf Sandboden im Berliner Süden etwas früher als im schattigen Hinterhof. Ein guter Hinweis ist der zweite oder dritte Schnitt der Saison: Wenn du zweimal gemäht hast und das Gras zügig nachwächst, hat der Rasen genug Kraft, sich von der Prozedur zu erholen.

Eine zweite Runde ist im Frühherbst möglich, also Anfang bis Mitte September. Der Boden ist noch warm, es regnet wieder öfter, und die Nachsaat läuft vor dem ersten Frost noch an. Im Hochsommer bei Hitze und Trockenheit lässt du die Finger davon, dann verbrennt die aufgerissene Narbe. Im Spätherbst ebenso, weil die Lücken bis zum Winter nicht mehr zuwachsen und das Moos im Frühjahr freie Bahn hat.

Der Boden sollte am Tag des Vertikutierens abgetrocknet, aber nicht knochenhart sein. Nach zwei Tagen Dauerregen reißt du Klumpen heraus, nach zwei Wochen Dürre kratzen die Messer nur an der Oberfläche. Wie die Frühjahrspflege insgesamt zusammenhängt, steht im Ratgeber Rasen im Frühjahr fit machen.

Wie oft vertikutieren?

Ein bis zwei Mal im Jahr, nicht öfter. Einmal im Frühjahr ist für die meisten Gärten die richtige Dosis. Das zweite Mal im Herbst lohnt sich bei stark beanspruchten Flächen, viel Moos oder wenn der Rasen im Frühjahr sehr schlecht aussah. Wer viermal im Jahr vertikutiert, weil es so schön aufräumt, hat am Ende keinen Filz mehr, aber auch keinen Rasen.

Ein frisch angelegter Rasen wird im ersten Jahr gar nicht vertikutiert. Die Wurzeln sind noch flach, und die Messer heben die jungen Pflanzen einfach aus. Bei Rollrasen gilt dasselbe für die erste Saison. Was bei der Neuanlage stattdessen ansteht, beschreibt der Ratgeber Rasen neu anlegen.

Wie tief vertikutieren?

Zwei bis drei Millimeter in den Boden. Nicht tiefer. Das ist der Wert, an dem die meisten scheitern, weil es sich so wenig anfühlt. Die Messer sollen den Filz aus der Narbe reißen und die Oberfläche leicht anritzen, nicht den Boden umgraben. Wer die Walze auf 10 oder 15 Millimeter ins Erdreich stellt, zieht Wurzeln mit heraus, und der Rasen braucht den ganzen Sommer, um das zu verzeihen.

Die Tiefenskala an den Geräten führt gern in die Irre. Beim Benzin-Vertikutierer lässt sich die Arbeitstiefe in sechs Stufen bis 25 Millimeter einstellen, beim Elektrogerät stufenlos. Diese Zahl beschreibt den Weg der Walze von ganz oben bis ganz unten, nicht die Tiefe im Boden. Stell das Gerät auf einer ebenen Stelle so ein, dass die Messer gerade den Boden berühren, und geh dann eine Stufe tiefer. Mach eine Probebahn am Rand. Wenn du hinterher Erde siehst und nicht nur Filz, warst du zu tief.

SchrittWannWorauf es ankommt
Mähen1 bis 2 Tage vorherkurz, etwa 3 bis 4 cm, Schnittgut abräumen
Vertikutierentrockener Boden, ab 10 Grad2 bis 3 mm in den Boden, längs und quer
Filz abrechendirekt danachRechen oder Laubsauger, Menge überrascht jeden
Nachsäendirekt danachLücken schließen, sonst zieht Moos ein
Düngen und wässerndirekt danach, dann 2 Wochen feucht haltenStarter- oder Langzeitdünger, nicht austrocknen lassen

Mit dem Rasenmäher vertikutieren?

Für einige Rasenmäher gibt es Vertikutierwalzen als Zubehör, die statt des Messers montiert werden. Das ist ein Kompromiss, und man muss ehrlich sagen: ein ziemlich lahmer. Die Walze sitzt in einem Gehäuse, das für Mähen gebaut ist, die Tiefeneinstellung ist die Schnitthöhenverstellung, und die Messer sind meist Federzinken statt fester Stahlklingen. Das kämmt Moos heraus, holt aber keinen jahrealten Filz aus einer dichten Narbe.

Wenn dein Rasen jung ist, kaum Filz hat und du nur ein bisschen Moos loswerden willst, reicht der Mäheraufsatz. Bei einer Fläche, die seit fünf Jahren nicht vertikutiert wurde, im Schatten liegt und sich beim Drüberlaufen wie ein Teppich anfühlt, brauchst du ein echtes Gerät mit fester Messerwelle und Gewicht. Der Elektro-Vertikutierer ist dafür der Einstieg, der Benzin-Vertikutierer die Wahl ab dem großen Garten oder wenn keine Steckdose in Reichweite ist.

Vertikutieren oder aerifizieren

Die beiden werden ständig verwechselt, machen aber Verschiedenes. Vertikutieren arbeitet oben, an der Grasnarbe, und entfernt Filz. Aerifizieren arbeitet unten, im Boden, und behebt Verdichtung. Ein Aerifizierer stanzt mit Hohlzinken Löcher in den Boden und holt kleine Erdpfropfen heraus, damit Luft und Wasser wieder an die Wurzeln kommen. Unser Benzin-Aerifizierer stanzt bis 7 Zentimeter tief auf 46 Zentimetern Breite und ist mit 109 Kilogramm ein Gerät für Lehmboden, Spielrasen und alles, worauf regelmäßig Fußball gespielt wird.

Woran du erkennst, was dein Rasen braucht: Bleibt nach Regen Wasser auf der Fläche stehen und der Boden ist so hart, dass ein Schraubendreher kaum hineingeht, ist es Verdichtung. Dann hilft Vertikutieren nichts, du brauchst den Aerifizierer. Sieht der Rasen dünn und moosig aus, der Boden ist aber locker, ist es Filz. Bei alten Gärten in Berlin ist es oft beides, dann erst aerifizieren, dann vertikutieren, dann sanden und nachsäen. Der Rasen sieht danach zwei Wochen aus wie ein Acker. Halte durch.

Am Tag der Miete

Rasen ist gemäht, Saatgut und Dünger liegen bereit, Rechen und Schubkarre stehen am Rand. Dann brauchst du das Gerät wirklich nur einen Tag, und der Filz ist am Abend beim Grünschnitt.

Beide Vertikutierer stehen in 12307 Berlin zur Abholung bereit und passen zusammengeklappt in einen Kombi, der Elektro-Vertikutierer wird auch bundesweit verschickt. Der Aerifizierer kommt wegen des Gewichts per Lieferung in Berlin. Preise und freie Termine findest du auf Vertikutierer mieten Berlin.