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01. Juni 2026· Mietluke Team

Starkregen-Vorsorge im Garten — Versickerungsmulde und Rigole selber anlegen

Starkregen wird in Berlin häufiger. Eine Versickerungsmulde oder Rigole im Garten schützt Ihr Grundstück vor Überflutung, entlastet die Kanalisation und senkt die Niederschlagswassergebühr. So legen Sie beides selbst an.

Starkregen-Vorsorge im Garten, Versickerungsmulde und Rigole selber anlegen

Berlin hat in den letzten Jahren mehrfach erlebt, was passiert, wenn innerhalb einer Stunde 30 bis 50 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Keller laufen voll, Gärten verwandeln sich in Seen, das Mischkanalsystem ist überfordert. Klimaforscher sind sich einig, dass solche Starkregenereignisse zunehmen werden. Wer sein Grundstück jetzt vorbereitet, schützt nicht nur Haus und Garten, sondern profitiert auch finanziell, denn weniger Regenwasser in der Kanalisation bedeutet geringere Niederschlagswassergebühren.

Die zwei wirksamsten Maßnahmen für private Gärten sind die Versickerungsmulde und die Rigole. Beide lassen sich mit der richtigen Ausrüstung an einem Wochenende selbst anlegen.

Versickerungsmulde, die oberirdische Lösung

Eine Versickerungsmulde ist eine flache, begrünte Senke im Garten, die Regenwasser sammelt und kontrolliert im Boden versickern lässt. Die Mulde ist typischerweise 20 bis 30 Zentimeter tief und wird mit Rasen oder Stauden bepflanzt, die sowohl Trockenheit als auch zeitweise Staunässe vertragen.

Planung, die Muldenfläche sollte 10 bis 20 Prozent der angeschlossenen versiegelten Fläche betragen. Entwässerst du beispielsweise eine 80 Quadratmeter große Einfahrt, brauchst du eine Mulde von 8 bis 16 Quadratmetern. Halte mindestens drei Meter Abstand zu Gebäuden ein, damit kein Sickerwasser an die Fundamente gelangt.

Bodentest vorab, grab im geplanten Bereich ein 30 Zentimeter tiefes Loch und füll es mit Wasser. Ist das Wasser innerhalb von 24 Stunden versickert, eignet sich der Boden. Steht es nach 48 Stunden noch, musst du den Untergrund mit Sand und Kies austauschen oder auf eine Rigole ausweichen.

Anlegen in 5 Schritten

  1. Bereich abstecken und die oberste Erdschicht mit einem Minibagger oder Spaten abtragen. Bei Mulden ab 10 Quadratmetern spart ein Minibagger Stunden harter Handarbeit.
  2. Die Mulde mit einem leichten Gefälle zur tiefsten Stelle hin formen. Die Böschungen flach halten (Neigung maximal 1:3), damit kein Erdreich abrutscht.
  3. Den Boden der Mulde 10 Zentimeter tief mit grobem Sand oder feinem Kies (Körnung 2–8 mm) auffüllen, um die Versickerungsleistung zu verbessern.
  4. Die Mulde mit einer Mischung aus Oberboden und Kompost abdecken und mit standortgerechten Pflanzen begrünen. Blutweiderich, Sumpfschwertlilie oder Seggen vertragen wechselfeuchte Bedingungen.
  5. Den Zulauf herstellen, vom Fallrohr oder der versiegelten Fläche eine flache Rinne oder ein Rohr zur Mulde legen.

Rigole, die unterirdische Lösung

Wenn der Platz für eine oberirdische Mulde fehlt oder du die Fläche weiter nutzen möchtest, ist eine Rigole die bessere Wahl. Eine Rigole ist ein unterirdischer Speicher aus Kies oder speziellen Kunststoff-Rigolenelementen, der Regenwasser aufnimmt und langsam an den umliegenden Boden abgibt.

Kies-Rigole, ein mit Kies (Körnung 16–32 mm) gefüllter Graben, umhüllt von Geotextil-Vlies. Das Speichervolumen beträgt etwa 30 Prozent des Grabenvolumens, da der Rest vom Kies eingenommen wird. Für 1.000 Liter Speicherkapazität brauchst du also rund 3,3 Kubikmeter Graben.

Kunststoff-Rigole, Rigolen-Elemente aus Polypropylen haben ein Speichervolumen von 95 Prozent bei deutlich weniger Aushub. Sie sind teurer in der Anschaffung (ab 40 Euro pro Element), sparen aber Grabungsaufwand erheblich.

Einbau

  1. Graben ausheben, Breite und Tiefe nach Berechnung, mindestens 50 Zentimeter unter Geländeoberkante. Bei Rigolen ab 5 Metern Länge ist ein Minibagger fast unverzichtbar, der Berliner Sand-Lehm-Boden lässt sich maschinell wesentlich effizienter bewegen. Für schmale Schlitzgräben bietet sich die Grabenfräse an.
  2. Graben mit Geotextil-Vlies auslegen, damit Feinpartikel nicht die Kiesschüttung zusetzen.
  3. Kies einfüllen oder Rigolen-Elemente einsetzen. Zulaufrohr anschließen.
  4. Vlies oben überlappen, mit mindestens 30 Zentimeter Erde überdecken. Die Fläche kann anschließend als Rasen oder Beet genutzt werden.

Mulden-Rigolen-Kombination

Die wirksamste Variante kombiniert beide Systeme. Eine oberirdische Mulde fängt das Wasser zuerst auf. Was nicht direkt versickert, fließt über ein Verbindungsrohr in eine darunter liegende Rigole. Damit verdoppelst du die Speicherkapazität und schaffst ein System, das selbst extreme Starkregenereignisse abpuffert.

Berliner Vorschriften zur Regenwasserversickerung

Nach § 36a des Berliner Wassergesetzes soll Niederschlagswasser auf dem eigenen Grundstück versickert werden, soweit dies möglich ist. Seit Ende 2017 gilt für Neubauvorhaben, Regenwasser darf nicht mehr in die Mischkanalisation eingeleitet werden und muss auf dem Grundstück bewirtschaftet werden.

Für Grundstücke über 800 m² ist ein Überflutungsnachweis nach den technischen Regelwerken zu erbringen. Für kleinere Grundstücke gilt eine vereinfachte Nachweispflicht.

Wer Regenwasser nachweislich auf dem eigenen Grundstück versickert, kann bei den Berliner Wasserbetrieben eine Reduzierung der Niederschlagswassergebühr (aktuell 1,797 Euro pro m² versiegelter Fläche pro Jahr) beantragen. Bei einem Grundstück mit 120 m² Dachfläche und 40 m² Einfahrt spart das bis zu 287 Euro jährlich.

Ausführliche Hinweise findest du im Merkblatt der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (Hinweisblatt 2, Versickerung).

Kosten im Überblick

  • Versickerungsmulde (15 m²), 200–500 Euro für Kies, Sand, Pflanzen und Zulaufmaterial
  • Kies-Rigole (5 m Länge), 400–800 Euro für Kies, Vlies und Rohre
  • Kunststoff-Rigole (5 m Länge), 600–1.200 Euro für Elemente, Vlies und Rohre
  • Erdaushub durch Fachfirma, 30–110 Euro pro Kubikmeter

Der größte Kostenfaktor ist der Erdaushub. Wer ihn selbst mit einem gemieteten Minibagger erledigt, spart 500 bis 1.500 Euro gegenüber einer Fachfirma und hat die Arbeit in wenigen Stunden statt in mehreren Tagen erledigt.

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