Warum gerade jetzt entsiegeln?
Die Berliner Wasserbetriebe erfassen aktuell sämtliche versiegelten Flächen auf Privatgrundstücken neu. Pro Quadratmeter versiegelter Fläche werden 1,84 Euro Niederschlagswassergebühr im Jahr fällig. Bei einer betonierten Hofeinfahrt von 60 Quadratmetern sind das über 110 Euro jährlich, nur dafür, dass Regenwasser in die Kanalisation abläuft, statt im Boden zu versickern.
Wer entsiegelt, kann diese Gebühr um 50 Prozent oder sogar komplett reduzieren. Das ist nicht nur gut fürs Portemonnaie, sondern auch dringend nötig. Berlin kämpft mit Starkregenereignissen und gleichzeitiger Hitze im Sommer. Jeder Quadratmeter offener Boden hilft.
Was bedeutet Entsiegelung eigentlich?
Entsiegeln heißt versiegelte Oberflächen wie Beton, Asphalt oder dicht verlegte Pflastersteine entfernen und den Boden wieder wasserdurchlässig machen. Das kann eine Vollentsiegelung sein, also alles raus, Erde auflockern, begrünen. Oder eine Teilentsiegelung, bei der du zum Beispiel geschlossene Betonflächen durch Rasengittersteine oder wasserdurchlässiges Pflaster ersetzt.
Beides bringt Vorteile bei der Gebührenberechnung. Eine Vollentsiegelung befreit komplett, Teilentsiegelung bringt 50 Prozent Ermäßigung.
Schritt für Schritt, so gehst du vor
1. Bestandsaufnahme machen
Welche Flächen auf deinem Grundstück sind versiegelt? Hofeinfahrt, alter Gartenweg, die Terrasse hinterm Haus? Miss die Flächen aus und überleg, welche du wirklich brauchst und welche eigentlich nur aus Gewohnheit betoniert sind.
2. Pflaster und Betonplatten entfernen
Lose verlegte Pflastersteine lassen sich mit Muskelkraft und einer Schaufel aufnehmen. Das ist Arbeit, aber machbar. Bei Betonflächen oder fest zementierten Platten sieht es anders aus. Da brauchst du einen Abbruchhammer, um den Beton aufzubrechen. Für größere Flächen ist ein Minibagger Gold wert, damit hebst du Platten raus und lädst den Schutt gleich auf.
3. Tragschicht entfernen
Unter dem Pflaster liegt meistens eine verdichtete Schicht aus Schotter oder Splitt. Die muss raus, sonst kann das Wasser trotzdem nicht versickern. Schaufel und Schubkarre reichen bei kleinen Flächen. Bei größeren Mengen macht wieder der Minibagger den Unterschied zwischen einem Wochenende Arbeit und einer Woche Rückenschmerzen. Für den Abtransport lohnt sich ein Kippanhänger 3,5t.
4. Boden auflockern
Der Untergrund ist nach Jahren unter Beton und Schotter steinhart verdichtet. Hier kommt die Motorhacke ins Spiel. Damit lockerst du den Boden auf und gibst ihm seine natürliche Struktur zurück. Bei stark verdichteten Böden, und davon gibt es in Berlin-Lichtenrade und Umgebung einige, kann auch ein Erdbohrer helfen, um tiefere Schichten aufzubrechen.
5. Neugestaltung
Jetzt wird es kreativ. Rasen ansäen, Staudenbeete anlegen, einen Kiesweg mit offenen Fugen verlegen oder Rasengittersteine einsetzen. Wer den Boden vorher mit einer Rüttelplatte verdichten muss, etwa für einen neuen wasserdurchlässigen Weg, sollte das jetzt tun, aber gezielt, nicht flächig.
Was kostet das Ganze?
Die gute Nachricht, der größte Kostenfaktor sind Arbeitszeit und Entsorgung. Betonschutt muss zum Wertstoffhof, in Berlin je nach Menge zwischen 5 und 15 Euro pro angefangene 100 Kilo. Die Geräte selbst musst du nicht kaufen. Einen Stemmhammer für einen Tag mieten kostet einen Bruchteil dessen, was ein Fachbetrieb für die komplette Entsiegelung berechnet.
Rechne grob mit 20 bis 40 Euro pro Quadratmeter bei Eigenleistung. Ein Fachbetrieb nimmt schnell das Doppelte oder Dreifache. Dafür sparst du danach jedes Jahr bei der Niederschlagswassergebühr.
Fördermöglichkeiten in Berlin
Berlin fördert Entsiegelungsmaßnahmen über verschiedene Programme. Die Berliner Regenwasseragentur ist die erste Anlaufstelle. Dort bekommst du Beratung und Infos zu aktuellen Fördertöpfen. Auch wer eine Regenwassernutzungsanlage einbaut, etwa zum Toilettenspülen, zahlt seit 2024 nur noch 10 statt 90 Prozent der Gebühr auf die angeschlossenen Flächen.
Passende Geräte findest du bei Mietluke
Du brauchst das Werkzeug nur für ein paar Tage. Kaufen lohnt sich nicht, mieten schon.
- Profi Abbruchhammer 11 kg für das Aufbrechen von Betonflächen
- Minibagger kompakt 1,7t zum Rausheben großer Platten und Tragschicht
- Kompakt-Radlader 2,5t wenn du Schutt zusammenschieben und aufladen willst
- Kippanhänger 3,5t für den Abtransport zum Wertstoffhof
- Benzin-Motorhacke 85cm zum Auflockern des verdichteten Bodens
- Profi Rüttelplatte reversierbar für neue wasserdurchlässige Wege
- Profi Bohr- und Kombihammer SDS-Max für Fugen und kleinere Betonreste
