Mal ehrlich, die meisten Garagenböden sehen nach ein paar Jahren ziemlich mitgenommen aus. Ölflecken, Reifenspuren, abplatzender Beton. Viele Hausbesitzer leben damit, weil sie denken, eine professionelle Sanierung sei teuer. Stimmt auch, ein Fachbetrieb nimmt schnell 40 bis 60 Euro pro Quadratmeter. Bei einer typischen Einzelgarage mit 18 bis 20 Quadratmetern sind das locker 800 bis 1.200 Euro.
Die gute Nachricht ist, dass sich eine Epoxidharz-Beschichtung in Eigenleistung für einen Bruchteil davon umsetzen lässt. Das Material kostet zwischen 150 und 300 Euro. Dazu kommen die richtigen Geräte, und genau da trennt sich die Spreu vom Weizen.
Warum Epoxidharz?
Epoxidharz ist nicht einfach Farbe. Es ist eine Zwei-Komponenten-Beschichtung, die chemisch aushärtet und eine extrem widerstandsfähige Oberfläche bildet. Öl, Bremsflüssigkeit, Streusalz, alles perlt ab. Der Boden lässt sich mit einem Wisch reinigen. Und er sieht gut aus, jahrelang.
Polyurethan-Beschichtungen werden manchmal als Alternative angeboten. Für Garagen sind sie aber weniger geeignet, weil sie nicht die gleiche chemische Beständigkeit mitbringen.
Die Vorbereitung entscheidet alles
Das ist der Punkt, an dem die meisten DIY-Projekte scheitern. Über 70 Prozent der Haltbarkeit hängen von der Untergrundvorbereitung ab. Einfach drüberstreichen funktioniert nicht. Der Beton hat eine sogenannte Sinterschicht, eine dünne, lose Schicht an der Oberfläche, die sich unter der Beschichtung lösen würde.
Diese Schicht muss runter. Dafür brauchst du eine Bodenschleifmaschine oder zumindest eine Einscheibenmaschine für Hartböden mit entsprechendem Schleifpad. Bei sehr rauem Beton ist die Profi-Parkettschleifmaschine mit grobem Schleifband ebenfalls eine Option. Die Maschine wird gleichmäßig über den Boden geführt, ohne an einer Stelle zu verharren. Sonst entstehen Mulden, die du später sehen wirst.
Beim Schleifen entsteht enorm viel Feinstaub. Ein handelsüblicher Staubsauger schafft das nicht. Du brauchst einen Industriesauger der Staubklasse M, der direkt an die Schleifmaschine angeschlossen wird. Schutzbrille, Feinstaubmaske und Gehörschutz sind Pflicht, das ist keine Übertreibung.
Risse und Löcher ausbessern
Nach dem Schleifen zeigen sich oft Risse und kleine Ausbrüche, die vorher unter Schmutz verborgen waren. Diese Stellen musst du mit Reparaturmörtel oder Epoxid-Spachtelmasse auffüllen. Lass die Ausbesserungen komplett durchhärten, bevor du weitermachst. Das kann je nach Produkt 12 bis 24 Stunden dauern.
Der letzte Schritt vor dem Harz, gründlich reinigen
Nach dem Schleifen und Spachteln muss der Boden absolut staubfrei sein. Erst grob mit dem Industriesauger absaugen, dann feucht nachwischen. Alte Ölflecken, die tief im Beton sitzen, behandelst du am besten mit einem speziellen Entfetter. Ein Hochdruckreiniger hilft bei hartnäckigen Verschmutzungen, aber dann muss der Boden danach komplett trocknen. Bei hartnäckigen Einbrennungen bringt ein Heißwasser-Hochdruckreiniger deutlich mehr.
Mischen und Auftragen
Epoxidharz besteht aus zwei Komponenten, Harz und Härter. Die werden im vom Hersteller angegebenen Verhältnis gemischt, exakt, nicht nach Augenmaß. Nach dem Verrühren lässt du die Mischung zehn Minuten stehen. In dieser Zeit entweichen Luftblasen, die sonst als kleine Krater in der fertigen Oberfläche sichtbar wären.
Dann geht es zügig. Die Topfzeit beträgt je nach Produkt und Temperatur 20 bis 40 Minuten. Beginne in den Ecken mit einem Pinsel und rolle die Fläche mit einem Kurzflor-Roller aus. Lieber zwei bis drei dünne Schichten als eine dicke. Zu dicke Schichten härten nicht gleichmäßig aus und können reißen.
Zwischen den Schichten musst du die Herstellerangaben zur Wartezeit einhalten. Zu früh oder zu spät, beides führt zu Haftungsproblemen.
Aushärtung, Geduld ist gefragt
Nach etwa sechs Stunden ist die Beschichtung überstreichbar, nach zwölf Stunden begehbar. Aber fahr frühestens nach sieben Tagen mit dem Auto in die Garage. Das Harz braucht diese Zeit zur vollständigen Durchhärtung. Die ideale Temperatur liegt zwischen 15 und 25 Grad, plane das Projekt also nicht für den tiefsten Winter ein.
Bei kühler Witterung oder feuchten Garagen hilft ein Bautrockner, der die Luftfeuchtigkeit runterbringt und die Aushärtung beschleunigt.
Was kostet das Ganze in Eigenleistung?
Für eine Einzelgarage mit rund 20 Quadratmetern rechnest du mit:
- Epoxidharz (2K-System, 2 Schichten) 150 bis 250 Euro
- Reparaturmörtel, Grundierung 30 bis 50 Euro
- Roller, Pinsel, Mischbehälter 20 bis 30 Euro
- Geräte mieten (Schleifmaschine, Industriesauger) ab 50 bis 80 Euro pro Tag
Insgesamt kommst du auf 250 bis 400 Euro statt 800 bis 1.200 Euro beim Profi. Die Ersparnis ist erheblich, und das Ergebnis steht einem professionellen Job in nichts nach, wenn du bei der Vorbereitung sorgfältig arbeitest.
Passende Geräte findest du bei Mietluke
Du brauchst das Werkzeug nur für ein paar Tage. Kaufen lohnt sich nicht, mieten schon.
- Einscheibenmaschine für Hartböden zum Anschleifen der Sinterschicht
- Industriesauger Staubklasse M für den Schleifstaub
- Hochdruckreiniger 150 bar für die Grundreinigung vor der Beschichtung
- Heißwasser-Hochdruckreiniger wenn Ölflecken tief sitzen
- Feuchtemessgerät für die Restfeuchte im Beton
- Bautrockner 52L/Tag zum Trocknen vor und nach der Arbeit
- Schutzbrille für sichere Arbeit beim Schleifen
