Warum ein Carport statt einer Garage?
Eine Garage kostet schnell 15.000 Euro aufwärts. Ein Carport aus Holz liegt zwischen 800 und 3.000 Euro Material, je nach Größe und Holzart. Dazu kommt, ein Carport braucht weniger Platz, lässt sich einfacher genehmigen und sorgt trotzdem dafür, dass dein Auto nicht im Dauerregen steht.
Klar, eine Garage ist abschließbar. Aber wenn es dir vor allem um Witterungsschutz geht, reicht ein Carport vollkommen aus.
Baugenehmigung in Berlin, was gilt?
Bevor du auch nur ein Loch gräbst, klär die Genehmigung. In Berlin sind Carports bis 30 Quadratmeter Grundfläche und maximal drei Meter Wandhöhe genehmigungsfrei. Klingt erstmal entspannt. Aber es gibt Haken.
- Die Länge entlang einer Grundstücksgrenze darf acht Meter nicht überschreiten.
- Drei Meter Abstand zu allen Grundstücksgrenzen sind Pflicht.
- Der Bebauungsplan deines Viertels kann strengere Regeln haben.
Wer ohne Prüfung baut, riskiert Bußgelder bis 50.000 Euro oder den Abriss. Ein kurzer Anruf beim Bauamt kostet nichts und spart im Zweifel richtig Ärger.
In Brandenburg sieht es etwas großzügiger aus. Bis 50 Quadratmeter ohne Genehmigung, allerdings ist eine Bauanzeige bei der Baubehörde Pflicht.
Planung, Größe, Standort und Holzart
Ein Einzelcarport misst typischerweise 3 x 5 Meter. Für einen Doppelcarport brauchst du mindestens 6 x 5 Meter. Miss dein Auto vorher aus, klingt banal, wird aber oft vergessen. Seitlich sollten mindestens 50 Zentimeter Luft bleiben, damit du die Türen öffnen kannst ohne anzustoßen.
Beim Holz hast du zwei sinnvolle Optionen. Douglasie ist von Natur aus widerstandsfähig gegen Pilze und Insekten. Kostet etwas mehr, hält dafür länger. Kesseldruckimprägniertes Fichtenholz ist günstiger, wird aber mit der Zeit grau und braucht alle drei Jahre einen neuen Anstrich. Beide taugen. Entscheide nach Budget.
Was du an Material brauchst
- Pfosten (mindestens 12 x 12 cm Querschnitt, bei Einzelcarport vier bis sechs Stück)
- Querbalken und Sparren für die Dachkonstruktion
- H-Anker oder Pfostenträger aus Edelstahl
- Beton für die Fundamente
- Dacheindeckung (Trapezblech, Bitumenschindeln oder Stegplatten)
- Edelstahl-Schrauben, Winkelverbinder, Sparrenpfettenanker
Schritt 1, Fundamente setzen
Hier entscheidet sich alles. Ein Carport, der auf wackeligen Fundamenten steht, überlebt den ersten Sturm nicht. Punktfundamente reichen bei einem Holz-Carport aus, du brauchst keine durchgehende Bodenplatte.
Für jeden Pfosten hebst du ein Loch von 30 x 30 Zentimetern aus. Tiefe, mindestens 80 Zentimeter, damit du unter die Frostgrenze kommst. In Berlin liegt die bei etwa 80 cm. Geht das Fundament nicht tief genug, hebt der Frost es im Winter an. Dann steht der ganze Carport schief. Einfacher als mit dem Spaten geht das mit einem Benzin-Erdbohrer, der sechs Löcher in einer Stunde schafft.
Unten zehn Zentimeter Kies als Drainage einfüllen. Dann Beton rein, erdfeucht anmischen, nicht flüssig. Schichtweise einstampfen. Den H-Anker in den frischen Beton setzen und sofort mit einer Wasserwaage ausrichten. Abstützen, fixieren, in Ruhe lassen. Bei vier bis sechs Pfosten und mehreren Säcken Fertigbeton spart ein Betonmischer deutlich Zeit.
Alle H-Anker mit einer gespannten Schnur zueinander ausrichten. So stehen am Ende alle Pfosten in einer Flucht, und du sparst dir nachträgliches Korrigieren.
Dann heißt es warten. Mindestens sieben Tage Aushärtezeit, bevor du die Pfosten einsetzt. Bei nassem Wetter lieber zehn Tage.
Schritt 2, Pfosten aufstellen und ausrichten
Die Pfosten in die H-Anker setzen und mit Schlossschrauben fixieren. Jeder Pfosten muss einzeln lotrecht ausgerichtet werden, Wasserwaage an zwei Seiten anlegen. Ein Helfer ist hier Gold wert. Alleine wird das fummeliger als nötig.
Die Pfosten auf der Dachseite, die das Wasser abführen soll, müssen kürzer sein. Zwei Prozent Gefälle reichen. Bei fünf Metern Tiefe sind das zehn Zentimeter Höhenunterschied. So läuft Regen kontrolliert ab, statt sich auf dem Dach zu sammeln.
Schritt 3, Querbalken und Sparren montieren
Auf die Pfosten kommen die Pfetten, also die langen Querbalken, die parallel zur Hauswand laufen. Die Sparren liegen quer darüber und tragen die Dachhaut. Verbindungen mit Sparrenpfettenankern und Winkelverbindern sichern. Nicht nur schrauben, die Metallverbinder sind wichtig, weil sie Windlasten aufnehmen, die reine Schraubverbindungen nicht aushalten. Für die Arbeit in Höhe ist ein Rollgerüst sicherer als jede Leiter.
Prüf nach jeder montierten Lage nochmal das Lot. Holz verzieht sich, und kleine Abweichungen addieren sich nach oben.
Schritt 4, Dach eindecken
Drei gängige Optionen.
- Trapezblech, günstig, robust, schnell montiert. Trommelt bei Regen.
- Bitumenschindeln, leise, sieht wohnlich aus, braucht eine Vollschalung als Unterlage.
- Doppelstegplatten aus Polycarbonat, lassen Licht durch, aber heizen sich im Sommer auf.
Egal welches Material, mindestens sieben Prozent Dachneigung einhalten, damit Wasser sauber abläuft. Und eine Regenrinne nicht vergessen, sonst hast du bei jedem Schauer einen Wasservorhang vor der Autotür.
Schritt 5, Feinschliff
Holz streichen oder lasieren, solange es trocken ist. Offenporige Lasur schützt gegen UV-Strahlung und lässt das Holz trotzdem atmen. Alle zwei bis fünf Jahre nachstreichen, je nach Witterung.
Den Boden unter dem Carport kannst du mit Rasengittersteinen, Kies oder Pflaster gestalten. Bei Pflaster brauchst du einen verdichteten Unterbau mit Schotter und eine Rüttelplatte zum Verdichten. Bei Kies reicht eine Unkrautvlies-Schicht darunter.
Häufige Fehler
- Fundamente zu flach gesetzt, der Frost hebt sie im Winter an.
- Kein Gefälle eingeplant, Wasser sammelt sich auf dem Dach.
- Billige verzinkte Schrauben statt Edelstahl, rosten nach zwei Jahren durch.
- Pfosten direkt in die Erde gesetzt statt in H-Anker, faulen von unten weg.
- Dachüberstand vergessen, bei Schlagregen wird das Auto trotzdem nass.
Zeitaufwand und Kosten
Zu zweit schaffst du einen einfachen Einzelcarport an einem langen Wochenende. Fundamente am Freitag, eine Woche warten, Aufbau am nächsten Samstag und Sonntag. Material für einen Einzelcarport aus Fichtenholz mit Trapezblech-Dach liegt bei rund 800 bis 1.500 Euro. Douglasie mit Bitumenschindeln eher bei 1.500 bis 3.000 Euro.
Ein Zimmerer würde für den gleichen Carport 3.000 bis 6.000 Euro verlangen. Die Ersparnis ist also erheblich.
Passende Geräte findest du bei Mietluke
Du brauchst das Werkzeug nur für ein paar Tage. Kaufen lohnt sich nicht, mieten schon.
- Benzin-Erdbohrer (Einmann) für die Fundamentlöcher der Pfosten
- Benzin-Erdbohrer Profi (Zweimann) bei festem oder lehmigem Berliner Boden
- Betonmischer 140L wenn du mehrere Säcke Fertigbeton für die Punktfundamente brauchst
- Profi Alu-Rollgerüst 5m für die Dachmontage in sicherer Arbeitshöhe
- Profi Rüttelplatte wenn du den Boden unter dem Carport pflasterst
- Minibagger 1,7t wenn du größere Erdarbeiten oder Wurzeln im Boden hast
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