Warum Brennholz selber machen?
Ein Raummeter Brennholz kostet je nach Region zwischen 80 und 130 Euro. Wer selber sägt und spaltet, zahlt nur einen Bruchteil davon. Und du weißt genau, welches Holz in deinem Ofen landet, wie lange es getrocknet hat und dass kein fauler Stamm dazwischen liegt.
Holzmachen ist ehrliche Arbeit. Nach einem Tag am Holzplatz schläfst du wie ein Stein. Und der Kaminofen wärmt doppelt, wenn du jeden Scheit selbst reingeholt hast.
Holz besorgen, woher kommt der Nachschub?
Bevor die Säge angeworfen wird, brauchst du Holz. Die gängigsten Wege findest du hier.
- Viele Forstämter verkaufen sogenanntes Polterholz am Waldweg. Pro Festmeter zahlst du zwischen 35 und 55 Euro je nach Holzart. Buche liegt oben, Fichte unten.
- Mit einem Selbstwerber-Schein, also einem Motorsägenschein, bekommst du in vielen Bundesländern die Erlaubnis, im Staatswald Holz aufzuarbeiten. Günstiger geht es kaum.
- Baumfällungen im Bekanntenkreis sind oft eine sichere Quelle. Wer einen alten Obstbaum oder eine Birke loswerden will, ist meistens froh, wenn jemand das Holz mitnimmt.
Wichtig ist, dass du ohne Genehmigung im Wald kein Holz schlagen darfst, das ist Diebstahl. Auch liegendes Totholz mitzunehmen ist nicht erlaubt.
Welches Holz brennt am besten?
Nicht jedes Holz ist gleich, die Unterschiede sind gewaltig.
Harthölzer, die Könige im Ofen
- Buche ist der Klassiker, brennt lang, gleichmäßig und mit schöner Glut. Rund 2.100 kWh pro Raummeter.
- Eiche ist noch dichter als Buche, braucht aber mindestens zwei Jahre zum Trocknen. Dafür hält die Glut ewig.
- Esche hat einen ähnlichen Brennwert wie Buche, lässt sich aber leichter spalten.
Weichhölzer, gut zum Anfeuern
- Fichte und Kiefer brennen schnell und heiß, aber auch schnell runter. Perfekt als Anzündholz.
- Birke liegt zwischen Hart- und Weichholz. Brennt schön und riecht angenehm, die ätherischen Öle in der Rinde sorgen für ein sauberes Flammbild.
Schritt 1 – Ablängen mit der Kettensäge
Ohne Kettensäge geht beim Holzmachen nichts. Du brauchst sie zum Ablängen der Stämme, zum Entasten und für alles, was draußen am Polter passiert.
Eine Säge mit 40 bis 50 cm Schwertlänge reicht für die meisten Stämme bis 35 cm Durchmesser. Für dickere Stämme brauchst du entsprechend mehr Schwert.
Die Scheite sollten zwischen 25 und 33 cm lang werden, je nachdem was dein Ofen schluckt. Miss vorher nach, das spart Frust beim Einlegen.
Entscheidend ist eine scharfe Kette. Eine stumpfe Kette drückt statt zu schneiden, das kostet Kraft und wird gefährlich. Nachschärfen gehört zum Handwerk. Wer das nicht kann, nimmt eine zweite Kette mit und lässt die stumpfe im Fachhandel schärfen.
Schritt 2 – Spalten mit Axt oder Holzspalter?
Wenn die Stämme auf Länge sind, müssen sie gespalten werden. Stücke unter 10 cm Durchmesser können so in den Ofen, alles darüber muss runter.
Mit Axt und Spalthammer
Die klassische Methode. Spaltaxt aufsetzen, ausholen, treffen. Klingt simpel, ist aber Übungssache. Harte Holzarten wie Eiche oder verwachsene Stämme mit Astgabeln können zur echten Herausforderung werden.
Für zwei, drei Raummeter im Jahr reicht die Axt völlig. Gute Bewegung, kein Strom nötig, günstig in der Anschaffung.
Mit dem Holzspalter
Wer mehr als fünf Raummeter pro Saison braucht, ist mit einem hydraulischen Holzspalter besser bedient. Ein Hydraulikzylinder drückt den Stamm gegen ein Spaltkreuz, fertig. Kein Ausholen, kein Rückenschmerz.
- Ein Liegendspalter mit 4 bis 8 Tonnen ist kompakt und leicht zu transportieren. Reicht für Weichholz und dünnere Stämme.
- Für dicke Buche und Eiche brauchst du einen Stehendspalter mit mindestens 10 Tonnen. Verwachsenes Holz verlangt nach 16 oder 20 Tonnen Spaltkraft.
Der Vorteil liegt nicht nur in der Geschwindigkeit. Die Berufsgenossenschaften bestätigen, dass die Verletzungsgefahr beim Holzspalter deutlich geringer ist als bei der Axt. Weniger Fehlschläge, weniger wegfliegende Holzstücke, weniger kaputte Rücken.
Schritt 3 – Auf Ofenlänge bringen mit der Wippkreissäge
Wer richtig viel Holz verarbeitet, kennt die Wippkreissäge. Du legst den Stamm in die Wippe, drückst ihn gegen das Sägeblatt, und in Sekunden hast du saubere Schnitte auf exakter Ofenlänge.
Der Durchsatz ist enorm. Wo du mit der Kettensäge einen Raummeter pro Stunde schaffst, macht die Wippkreissäge drei bis vier. Und sie ist sicherer, weil das Sägeblatt konstruktionsbedingt geschützt ist und ein Kontakt kaum möglich ist.
Der Nachteil ist, dass du einen festen Platz und Strom brauchst. Die Stämme müssen bereits aus dem Wald raus sein.
Richtig lagern, damit das Holz trocken wird
Frisch geschlagenes Holz hat eine Feuchtigkeit von 50 bis 60 Prozent. Damit heizen kannst du vergessen. Das Wasser versottet den Schornstein, der Ofen verteert und du verheizt mehr Energie fürs Verdampfen als fürs Heizen.
Als Faustregel solltest du unter 20 Prozent Restfeuchte kommen, am besten unter 15 Prozent. Mit einem Feuchtemessgerät kannst du das schnell prüfen.
Die Trocknungszeiten nach Holzart liegen ungefähr so.
- Fichte und Kiefer ein Jahr
- Birke ein bis 1,5 Jahre
- Buche 1,5 bis zwei Jahre
- Eiche zwei bis drei Jahre
Gespalten trocknet Holz deutlich schneller als in ganzen Stämmen. Also erst spalten, dann lagern.
Beim Stapeln gilt.
- Nie direkt an die Hauswand, mindestens 10 cm Abstand, besser 20. Die Luft muss durchziehen.
- Vom Boden weg, also Paletten oder Balken unterlegen, sonst zieht Feuchtigkeit von unten rein.
- Oben abdecken und Seiten offen lassen, sonst staut sich die Feuchtigkeit im Stapel.
- Wenn möglich nach Süden oder Westen ausrichten. Sonne und Wind trocknen am besten.
Frisch gespaltenes Holz solltest du nicht sofort in den Schuppen stellen. Lass es erstmal ein halbes Jahr draußen an der Luft vortrocknen und stapel es dann unter Dach um.
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Nicht jeder braucht Kettensäge, Wippkreissäge und Holzspalter das ganze Jahr. Einmal im Herbst den Vorrat für den Winter vorbereiten, dafür lohnt sich der Kauf meistens nicht. Eine vernünftige Wippkreissäge kostet über 1.000 Euro, ein ordentlicher Stehendspalter ebenfalls. Mieten ist hier einfach die praktische Lösung.
- Profi-Kettensäge (Benzin) zum Ablängen und Entasten im Wald
- Kettensäge (Akku) wenn du leiser arbeiten willst und keinen Sprit tanken magst
- Wippkreissäge (400V) für schnelle Scheite auf exakter Ofenlänge
- Holzspalter stehend 8t für bequemes Spalten ohne Rückenschmerz
- Schnittschutzhose Klasse 1 wenn du mit der Kettensäge arbeitest
- Forsthelm-Set mit Gehörschutz für den sicheren Kopfschutz
- Feuchtemessgerät digital um die Restfeuchte deines Holzes zu prüfen
Ein Wochenende reicht meistens, um den kompletten Jahresvorrat zu machen. Und du hast immer ein gewartetes, scharfes Gerät, ohne dich um Lagerung, Wartung oder Reparaturen kümmern zu müssen.
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