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Ratgeber19. März 2026· Mietluke Team

Brennholz selber machen: Vom Stamm zum ofenfertigen Scheit

Stammholz günstig kaufen und selbst zu Brennholz verarbeiten spart bares Geld. Wie Sie richtig sägen, spalten und lagern, welches Holz am besten brennt und welche Geräte Sie dafür brauchen.

Wer einen Kamin oder Ofen hat, weiß, Brennholz kaufen geht ordentlich ins Geld. Ein Raummeter fertig getrocknetes Buchenholz kostet schnell 100 Euro und mehr. Wer dagegen Stammholz günstig vom Forstamt kauft und selbst verarbeitet, zahlt oft nur ein Drittel. Dafür braucht es allerdings das richtige Werkzeug, etwas Platz und ein freies Wochenende.

In diesem Ratgeber erfährst du, wie du vom Stammholz zum ofenfertigen Scheit kommst, welches Holz am besten brennt und worauf du bei Sicherheit und Lagerung achten musst.

Holz besorgen, woher kommt das Stammholz?

Bevor es ans Sägen geht, brauchst du natürlich erstmal Holz. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Forstamt oder Förster, viele Forstämter verkaufen sogenanntes Polterholz, also bereits gefällte und am Waldweg gestapelte Stämme. Pro Festmeter zahlst du je nach Region und Holzart zwischen 30 und 60 Euro
  • Selbstwerbung im Wald, manche Forstämter vergeben Losholz, bei dem du liegendes Holz nach einem Sturm oder einer Durchforstung selbst aufarbeiten darfst. Dafür brauchst du allerdings einen Kettensägenschein (Modul A reicht für liegendes Holz)
  • Private Waldbesitzer, frag in der Nachbarschaft oder bei lokalen Landwirten. Oft fallen bei Grundstücksarbeiten Bäume an, die der Besitzer loswerden will
  • Eigener Garten, wenn du sowieso einen Baum fällen lässt, behältst du das Holz und machst Brennholz draus

Hinweis: Für das Arbeiten mit der Kettensäge im Wald ist ein Motorsägenschein (Modul A) Pflicht. Der Kurs dauert ein bis zwei Tage und kostet zwischen 150 und 250 Euro. Erkundige dich bei deiner Landesforstverwaltung oder den örtlichen Forstbetrieben nach Terminen.

Welches Holz brennt am besten?

Nicht jedes Holz eignet sich gleich gut als Brennholz. Entscheidend sind der Heizwert pro Raummeter, das Brennverhalten und wie leicht sich das Holz verarbeiten lässt.

HolzartHeizwert pro RaummeterBrennverhaltenSpaltbarkeit
BucheCa. 2.100 kWh, sehr hochGleichmäßige, lang anhaltende Glut, wenig FunkenGut
EicheCa. 2.100 kWh, sehr hochSehr lang anhaltende Glut, braucht guten ZugMittel (Astgabeln schwierig)
BirkeCa. 1.900 kWh, hochSchöne blaue Flamme, leicht zu entzündenSehr gut
EscheCa. 2.100 kWh, sehr hochHervorragende Brenneigenschaften, wenig FunkenSehr gut
Fichte / KieferCa. 1.500 kWh, mittelBrennt schnell, starker Funkenflug (Harz), gut zum AnzündenSehr gut
AhornCa. 1.900 kWh, hochRuhiges Flammenbild, gute GlutGut

Für den Kamin oder geschlossenen Ofen ist Buche der Klassiker und mit Abstand das beliebteste Brennholz in Deutschland. Eiche hat einen ebenso hohen Heizwert, muss aber länger trocknen und braucht genug Luftzufuhr, sonst riecht es beim Abbrand unangenehm. Nadelholz wie Fichte ist super zum Anfeuern, sollte aber wegen des Funkenflugs nur in geschlossenen Öfen verbrannt werden.

Schritt 1, Stammholz auf Länge sägen

Der erste Arbeitsschritt ist das Ablängen der Stämme. Die meisten Kamine und Öfen nehmen Scheite von 25 bis 33 cm Länge. Miss vorher den Feuerraum deines Ofens aus, damit die Scheite später auch wirklich reinpassen.

Mit der Kettensäge am Sägebock

Der Sägebock ist die sicherste und schnellste Methode für Privatanwender. Der Stamm liegt sicher eingeklemmt und kann nicht wegrollen. So gehst du vor:

  1. Leg den Stamm in den Sägebock und achte darauf, dass er stabil aufliegt
  2. Markier die gewünschte Schnittlänge mit einem Anreißmeter oder Maßband
  3. Säg von oben nach unten. Bei dicken Stämmen (über 25 cm) sägst du zunächst drei Viertel ein, drehst den Stamm dann um und sägst von der anderen Seite durch. So vermeidest du, dass die Kette in den Sägebock oder den Boden schneidet
  4. Lass die Stücke in eine Auffangbox oder auf eine Plane fallen

Mit der Wippkreissäge

Wer größere Mengen Brennholz macht, arbeitet mit einer Wippkreissäge deutlich schneller. Der Stamm wird auf die Wippe gelegt und mit einem Hebel gegen das rotierende Sägeblatt geführt. Die Schnitte sind sauber und gleichmäßig, und der Durchsatz ist erheblich höher als mit der Kettensäge. Bei einem Festmeter Buche sparst du dir gut eine Stunde Arbeit.

Achtung: Die Wippkreissäge gehört zu den gefährlichsten Werkzeugen überhaupt. Arbeite niemals allein damit. Trag immer enganliegende Kleidung, Gehörschutz und Schutzbrille. Greif niemals in das rotierende Sägeblatt und schieb keine kurzen Reststücke nach.

Schritt 2, Holz spalten

Frisch gesägtes Holz muss gespalten werden, bevor es trocknen kann. Gespaltenes Holz trocknet deutlich schneller als Rundlinge, weil die Feuchtigkeit über die freigelegte Schnittfläche besser entweichen kann. Außerdem verbrennt es gleichmäßiger.

Grundsätzlich gilt, spalte das Holz so bald wie möglich nach dem Sägen. Frisches, feuchtes Holz lässt sich viel leichter spalten als ausgetrocknetes. Je trockener das Holz wird, desto härter und zäher wird es.

Von Hand mit Spalthammer und Keil

Für kleine Mengen reichen ein Spalthammer und Spaltkeile. Stell den Klotz auf einen stabilen Hackklotz (kniehoch), setz den Keil in einen natürlichen Riss oder Astansatz, und treib ihn mit dem Spalthammer ein. Arbeite immer von der Außenkante zur Mitte.

Mit dem Holzspalter

Ab einem Festmeter aufwärts lohnt sich ein Holzspalter. Die Maschine presst das Holz mit mehreren Tonnen Kraft gegen einen Spaltkeil und teilt es sauber und sicher. Für Weichholz reichen 5 bis 6 Tonnen Spaltkraft, für hartes Buchenholz oder Eiche sollten es mindestens 7 bis 8 Tonnen sein.

Der große Vorteil gegenüber der Handarbeit ist klar, du brauchst kaum Kraft, die Arbeit geht schneller und die Unfallgefahr ist deutlich geringer, weil moderne Holzspalter eine Zweihandbedienung haben.

Tipp: Achte beim Spalten auf Astgabeln und verwachsene Stücke. Die lassen sich auch mit dem Spalter nur schwer teilen. Dreh solche Stücke um 90 Grad oder versuch, den Keil neben dem Astansatz anzusetzen. Im Zweifelsfall legst du das Stück beiseite und spaltest es von Hand mit Keil und Hammer.

Schritt 3, Richtig lagern und trocknen

Frisch gespaltenes Holz hat einen Feuchtegehalt von 40 bis 60 Prozent und darf so nicht verfeuert werden. Für eine saubere, effiziente Verbrennung muss die Restfeuchte auf unter 20 Prozent sinken, idealerweise auf 15 bis 18 Prozent. Dafür braucht das Holz je nach Holzart und Lagerung ein bis zwei Jahre.

So lagerst du Brennholz richtig

  • Unterlage, stapel das Holz niemals direkt auf den Boden. Nimm Europaletten, Kanthölzer oder Steine als Abstandshalter, damit von unten Luft zirkulieren kann
  • Abstand zur Wand, wenn du an einer Hauswand stapelst, halt mindestens 10 bis 15 cm Abstand, damit die Luft dahinter zirkulieren kann
  • Südseite bevorzugen, Sonne und Wind beschleunigen die Trocknung enorm. Ein Stapel an der Südseite des Hauses trocknet deutlich schneller als einer an der Nordseite
  • Abdeckung von oben, schütz die oberste Lage vor Regen, aber deck die Seiten nicht ab. Eine einfache Plane oder ein Blechdach auf dem Stapel reicht. Die Seiten müssen offen bleiben, sonst staut sich die Feuchtigkeit
  • Kreuzstapel, stapel abwechselnd eine Lage längs und eine quer. Das sorgt für Stabilität und bessere Durchlüftung
HolzartTrocknungszeit (gut gelagert)Besonderheit
Buche1,5 bis 2 JahreDichtes Holz, braucht etwas länger
Eiche2 bis 3 JahreEnthält viel Gerbsäure, riecht unangenehm wenn zu feucht verbrannt
Birke1 bis 1,5 JahreTrocknet vergleichsweise schnell
Fichte / Kiefer1 JahrNadelholz trocknet am schnellsten
Esche1 bis 1,5 JahreKann dank niedrigem Anfangsfeuchtegehalt sogar relativ frisch verbrannt werden

Hinweis: Lager Brennholz nicht länger als drei bis vier Jahre. Nach dieser Zeit fängt das Holz an zu vergrauen, wird von Holzwürmern befallen und verliert spürbar an Heizwert. Verbrauch deine Vorräte also nach dem Prinzip „First in, first out".

Sicherheit beim Brennholz machen

Die Arbeit mit Kettensäge, Wippkreissäge und Holzspalter gehört zu den unfallträchtigsten Tätigkeiten im Privatbereich. Nimm die Sicherheitsregeln ernst.

SchutzausrüstungSchützt vorPflicht bei
SchnittschutzhoseKettensägenverletzungen an den BeinenKettensäge, immer
Sicherheitsschuhe mit SchnittschutzHerabfallende Holzstücke, KettensägeKettensäge und Holzspalter
Helm mit Visier und GehörschutzHerumfliegende Späne, LärmKettensäge und Wippkreissäge
ArbeitshandschuheSplitter, Kälte, DruckstellenAllen Arbeitsschritten
Eng anliegende KleidungEinziehen in rotierende TeileWippkreissäge, Holzspalter

Häufige Fehler beim Brennholz machen

FehlerWas passiertBesser so
Holz nicht spalten, als Rundlinge trocknenHolz trocknet nicht durch, schimmelt von innenImmer spalten, je kleiner desto schneller die Trocknung
Direkt auf dem Boden lagernFeuchtigkeit steigt auf, untere Scheite verrottenPaletten oder Kanthölzer als Unterlage
Seiten komplett abdeckenFeuchtigkeit kann nicht entweichen, SchimmelbildungNur von oben abdecken, Seiten offen lassen
Zu frisches Holz verbrennenStarke Rauchentwicklung, Rußablagerung im Schornstein, schlechter HeizwertMindestens 1 bis 2 Jahre trocknen lassen
Ohne Schutzkleidung arbeitenSchwere Verletzungen bei Kettensägen-RückschlagImmer volle Schutzausrüstung tragen
Kettensäge in den Boden sägenKette wird sofort stumpfStamm auf Sägebock, dicke Stämme von zwei Seiten sägen

Die passenden Geräte mieten

Kettensäge, Holzspalter und Wippkreissäge sind teure Anschaffungen, die bei den meisten nur ein- bis zweimal im Jahr zum Einsatz kommen. Miet dir die Geräte für ein Wochenende und verarbeite deinen kompletten Holzvorrat in einem Rutsch.

Unsere Empfehlungen für deine Brennholz-Produktion:


Brennholz selber machen ist ehrliche Arbeit und lohnt sich finanziell auf jeden Fall. Wer einmal im Jahr ein Wochenende investiert und mit den richtigen Geräten arbeitet, hat seinen Holzvorrat für den übernächsten Winter gesichert. Und ganz nebenbei, es gibt kaum etwas Befriedigenderes, als an einem kalten Abend Holz in den Ofen zu legen, das man selbst gemacht hat.

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